07
Sep

Wetterfenster macht Gipfelerfolg am Mera Peak möglich

Mera Peak Gipfelerfolg

„Das erste Hochlager haben wir im Dauerregen in einem feuchten, nassen und von Ratten besetzten Loch verbracht. Entsprechend gut haben wir alle geschlafen. Wegen des starken Regens verschieben wir den Aufbruch Richtung des letzten Hochlagers um einen weiteren Tag. Wenn es so weiter regnet und schneit haben wir keine Chance auf den Gipfel. Obwohl der Mera Peak „nur“ knappe 6.500 Meter hoch ist, ist der Berg stark vergletschert und bei dieser Sicht würden wir den Weg in den endlosen Schneefeldern mit steilen Abbrüchen Richtung Gipfel einfach nicht finden“, beschreibt Benedikt Böhm die Herausforderungen auf dem Weg zum Mera Peak.

Das Team des Gore-Tex® Active Projektes beschreibt ihren Weg zum ersten Gipfel der Expedition. Der Mera Peak in Nepal sollte als Vorgipfel und Akklimatisation helfen, bevor es weiter in die 8.000er geht. Benedikt Böhm, Speedbergsteiger und Expeditionsteilnehmer, gewährt weitere Einblicke in das Trekking-Abenteuer zum Mera Peak auf 6.476 Meter Höhe:

„Der Regen lässt nun etwas nach und wir brechen zum letzten Hochlager vor dem Gipfel auf. Wir haben uns daran gewöhnt, nur noch unser Gore-Tex® Material zu tragen. Endlich ziehen wir die Skischuhe und Skier an und sind in unserem Element. Das ewige Wandern bzw. Trekking ist nun vorbei und wir bewegen uns auf Schnee. Über einige Spalten geht es zum Hochlager, das wir wegen des Schneefalls auf nur 5.400 Meter einrichten. Einigen geht es jetzt relativ bis ziemlich schlecht. Nach einer sehr kurzen Nacht brechen wir um 3 Uhr Morgens auf.  Die Route haben wir am Tag davor bis 5.800m markiert, sodass wir trotz schlechter Sicht den Weg bis dahin finden. Ab nun beginnt ein großes Gletscherfeld welches wir vor dem Aufschwung zum Gipfel wie ein Labyrinth passieren müssen. Es ist stockdunkel und kalt. Basti, Constantin und ich gehen voraus und stehen nun vor dem Gletscherfeld. Ich gehe schließlich voraus und immer wieder in großen Bögen links oder rechts an den teilweise schiffsgroßen Spalten vorbei. Bei Stirnlampen-Licht ist es nicht einfach, den Gipfelkurs zu halten und sich von den Spalten nicht abdrängen zu lassen.

ABER: unglaublich – es reißt auf! Wir sehen zwar im Hintergrund das nächste Gewitter oder Wetterleuchten, doch das zieht an uns vorbei. Die Sonne vertreibt die letzten Wolken und wir ziehen eine frische Spur durch den kalten frischen Schnee. Wir sind winzige Punkte auf dem riesigen Schneeberg. Perfekt ist seine Neigung für unsere Ski und so stehen wir um kurz nach sechs Uhr Morgens am Südgipfel des Mera Peak und schreiten fort zum höchsten Punkt, dem Nordgipfel, der steil aufschwingt. Von hier aus sehen wir nach uns nach die anderen 13 Freunde auf den Zentralgipfel des Mera Peaks aufsteigen.

Auf 6.476m erreichen wir den Gipfel und erblicken eine einmalige Kulisse vor uns. Die höchsten Berge der Welt bauen sich unwirklich direkt vor uns auf: Everest, Lhotse, Cho Oyu, Kanchenzoenga und viele andere…unglaublich dieses Glück, dass wir genau das eine Wetterfenster erwischen und wirklich alle 16 Expeditionsteilnehmer den Gipfel des Mera Peak erreichen.

Direkt am Gipfel schnallen wir die Skier an. Die ersten Nebelschauer ziehen schnell wieder auf. Es fängt wieder an zu schneien, aber davon lassen wir uns nicht unsere fast 1.500m lange Abfahrt verderben, sondern geben ordentlich Gas.

Der bekannte kanadische Freerider und DYNAFIT Athlet Eric Hjorleifson – auch „Hoji“ genannt – kommt sichtlich zu sich und gibt sich mit Basti Haag ein Rennen durch das Spaltengebiet. Greg Hill, unser kanadischer Kameramann filmt wie ein Profi.

Als wir alle gesund unten ankommen, genießen wir den Augenblick. Wir sind glücklich dabei auch abgekämpft. Unsere nepalesische Küchenmannschaft reicht uns eine Suppe und wir sind uns alle spätestens jetzt bewusst, dass wir einen besonderen Moment am Mera Peak geteilt haben – alle einigermaßen gesund und genau dieses einzige Wetterfenster.“

Manaslu statt Cho Oyu
Zurück in Kathmandu trennen wir uns von sechs unserer Freunde und ziehen weiter zum nächsten Gipfel – dem Manaslu (8.156m). Die Türen nach Tibet bleiben für uns verschlossen – Die Chinesen haben komplett dicht gemacht. Das Gerücht hat sich bewahrheitet und das ursprüngliche Ziel „Cho Oyu“ ist somit gestorben. Mit dem Manaslu haben wir noch eine Rechnung offen. Der Berg ist wunderschön, wenn man ihn erst zu Gesicht bekommt. 2007 waren wir bereits hier und wurden komplett eingeschneit. Ein Inferno. Wir brauchen gutes Wetter… (DYNAFIT/cc/ss).

Auf dem Gipfel des Mera Peak
Baschi Bender – Action Fotograf (GER)
Greg Hill – Kameramann und Salomon/Arcteryx Athlet (CAN)
Eric Hjorleifson „Hoji“- DYNAFIT Athlet, Freeride Team (CAN)
Benedikt Boehm – Brand Manager DYNAFIT (GER)
Basti Haag – Tierarzt und DYNAFIT Athlet (GER)
Constantin Pade – DYNAFIT Sales Rep und Trailrunner (GER)
Schorsch Nickaes – Produkt Manager DYNAFIT (GER)
Jim Lamancusa – DYNAFIT Sales und Marketing Manager Nordamerika (USA)
Sepp Willibald – Inhaber DYNAFIT Competence Center Wackersberg (GER)
Thomas Steiner – freier Produkt Manager, ehem. DYNAFIT (ITA)
Peter Veider und Ehegattin. Chef der Bergrettung Tirol (AUT)
Tobias Hatje – Redakteur Fit for Fun (GER)
Robert, Much und Reiner  – Freunde (GER)

Bildnachweis: © Baschi Bender. Nepal. Mera Peak.
Filmnachweis: © Greg Hill. Nepal. Mera Peak.